:12:02
"als der" Z"ug auf dem Bahnhof"
von Riga einlief.
:12:33
Wir waren von Berlin aus drei Tage
und Nächte ohne Essen und Wasser...
:12:37
in den Viehwagons unterwegs.
:12:40
Die Toten, es waren nicht wenige,
lagen mitten unter uns.
:12:45
Da sah ich ihn zum ersten Mal.
:12:48
Den Hauptsturmführer Eduard Roschmann,
den Kommandanten des Lagers.
:12:53
Den "Schlächter".
:12:58
"Täglich kamen weitere" Z"ugladungen"
mit Häftlingen an.
:13:02
Roschmann ließ viele Frauen,
Kinder und alte Menschen...
:13:05
sofort bei Ankunft töten.
:13:07
Als Tote waren sie mehr wert.
:13:10
Lhre Kleider, ihre Haare,
"ihre" Z"ähne waren bares Geld."
:13:14
Aber Esther und ich
überlebten dieses Jahr.
:13:19
Ich war Architekt
und wusste über Schreiner- und...
:13:21
Z"immermannsarbeit Bescheid."
Ich kam zu einem Arbeitskommando.
:13:24
Wir arbeiteten 12 Stunden am Tag
in einem Sägewerk...
:13:27
in der feuchten, nasskalten Ebene
vor der Küste.
:13:33
Während des folgenden Winters hatte ich
große Angst, dass Esther sterben würde.
:13:37
Der Hunger, die Kälte,
die ständigen Brutalitäten...
:13:41
schienen ihren Geist und Lebenswillen
gebrochen zu haben.
:13:45
Doch verglichen mit den meisten
hatten wir Glück.
:13:47
Viele Häftlinge bekamen
gar nichts zu Essen,
:13:50
bis sie dem Hungertot erlagen.
:13:53
Roschmann hatte ein Steckenpferd.
:13:55
Er liebte es,
menschliche Wesen zu zerstören.
:13:58
Erst ihre Seelen, dann ihre Körper.