:11:01
Du musst mir versprechen, es für dich
zu behalten und es keinem zu zeigen.
:11:04
Ja, das ist doch klar.
:11:08
Danke.
:11:29
Das Tagebuch von Salomon Tauber
:11:34
Mein Name ist Salomon Tauber.
Ich bin Jude und im Begriff zu sterben.
:11:37
Ich bin nur deswegen so lange am Leben
geblieben, weil ich noch etwas tun wollte.
:11:43
Die Freunde, die Leidenden
und Opfer des Lagers sind lange tot,
:11:48
aber ihre Peiniger leben
überall um mich herum.
:11:51
Am Tag sehe ich ihre Gesichter
auf den Straßen...
:11:55
und in der Nacht sehe ich das Gesicht
meiner Frau Esther, die schon lange tot ist.
:11:59
Ich erinnere mich genau,
wie sie sich an mich klammerte,
:12:02
"als der" Z"ug auf dem Bahnhof"
von Riga einlief.
:12:33
Wir waren von Berlin aus drei Tage
und Nächte ohne Essen und Wasser...
:12:37
in den Viehwagons unterwegs.
:12:40
Die Toten, es waren nicht wenige,
lagen mitten unter uns.
:12:45
Da sah ich ihn zum ersten Mal.
:12:48
Den Hauptsturmführer Eduard Roschmann,
den Kommandanten des Lagers.
:12:53
Den "Schlächter".
:12:58
"Täglich kamen weitere" Z"ugladungen"
mit Häftlingen an.