:21:00
Und Sie meinen, deswegen sollte ich
Ihnen einen Auftrag geben,
:21:04
weil die Opfer von Riga
deutsche Juden waren?
:21:08
Ja.
:21:11
Das wollen die Leute gar nicht wissen.
Das ist ein alter Hut.
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- Nicht für mich, Herr Hoffmann.
- Ich gebe Ihnen einen Rat. Lassen Sie es.
:21:23
Peter, warum?
:21:27
Was versprichst du dir denn davon?
:21:29
Ist doch vorbei.
:21:31
Niemand will mehr etwas
von diesen furchtbaren Dingen hören.
:21:34
Es beunruhigt die Menschen doch nur.
:21:35
Die Wahrheit soll die Leute
nicht beunruhigen.
:21:38
Was ist denn die Wahrheit?
:21:40
Was wisst ihr Jungen denn wirklich davon?
:21:42
Seid viel zu jung, um zu verstehen,
wie es wirklich war.
:21:45
Ich mache schnell den Kaffee.
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Mutter,
:21:54
wie war das alles? Für dich.
:21:58
Für mich?
:22:02
Wir wohnten damals in der Perfallstraße 7.
:22:06
Du warst ungefähr so groß.
:22:10
Jede Nacht gab es Fliegeralarm.
:22:13
Als wir einmal aus dem Keller kamen,
stand die ganze Straße in Flammen.
:22:19
Sie hatten Brandbomben geworfen.
:22:22
Ich habe nur versucht...
:22:29
Ich habe nur versucht,
dir die Augen zuzuhalten,
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damit du nicht siehst,
wie die Menschen verbrennen wie Fackeln.
:22:38
Zwei Wochen später kam Vater auf Urlaub,
:22:40
er brauchte drei Tage,
um uns in dem Chaos zu finden.
:22:43
Wir waren bei fremden Leuten
einquartiert worden,
:22:45
es war drüben, in Altona.
Dir machte es damals Spaß umzuziehen.
:22:51
Wie war mein Vater eigentlich?
:22:55
Ich meine, war er so wie ich?